fbpx
Balancier-Akt
Wieso mache ich mir das Leben selbst so schwer?

Balancier-Akt
Wieso mache ich mir das Leben selbst so schwer?

Balancier-Akt
Wieso mache ich mir das Leben selbst so schwer?

Ich bin gut im Balancieren. Vor allem auf seidigen Tüchern, die von der Decke hängen. Sogar im Spagat kann ich das! Im Alltag aber bin ich eine Balancier-Niete. Ich balanciere einen heißen Kaffee in der linken Hand, während ich mit der rechten auf meinem Handy herumtippe. Unter meinem linken Arm ist mein Laptop, der langsam und gezielt auf den Boden zu rutschen droht. Meine Crossbody-Tasche ist bis oben hin mit unnötigem Krimskrams gefüllt

– weil man nun einmal drei verschiedene Lippenpflegestifte und zwei unterschiedlich duftende Handcremes zum Leben braucht , sodass ich von dem Gewicht mich leicht nach vorne beuge. Von weitem sehe ich vermutlich aus wie der Glöckner von Notre Dame. Meine rechte Armbeuge ähnelt einer Kleiderstange an denen viel zu viele Kleiderbügel hängen, nur sind es in meinem Fall Einkaufstüten. Ich habe dem süßen Verkäufer im Spar gesagt, dass ich das alleine schaffe: „ICH MUSS NICHT ZWEI MAL GEHEN!“ Ich würde lieber meinen Arm verlieren als zwei Mal vom Spar nach Hause laufen zu müssen. Ich habe einfach keine Zeit für zwei Mal gehen. Das Leben ist zu stressig. Fragt mich bitte jetzt nicht, wie ich es geschafft habe, meinen Schlüssel in meiner Tasche zu finden und die Tür zu öffnen! #girlboss #starkefrau #blödsinn

Wieso mache ich mir das Leben eigentlich nur so unnötig schwer? Ich mache mir selbst den Stress schnell nach Hause kommen zu müssen, weil ich noch eine Millionen Dinge erledigen muss, dabei lege ich alles ab, sobald ich durch die Haustür stürme, räume nicht einmal den Einkauf in den Kühlschrank, lege mich schnell ins Bett und scrolle gefühlte zehn Stunden durch Instagram und Co. Statt mich meiner To-Do-Liste zu widmen, heule ich andere Menschen voll, wie stressig mein Leben momentan ist. Fragt mich jemand, ob wir was unternehmen wollen, antworte ich kurz und bündig: „Geht nicht, ich hab so viel zu tun!“ Dabei tue ich nichts! Wenn ich aber zuhause sitze und nichts tue, und dabei natürlich auch keinen Spaß habe, habe ich ein weniger schlechtes Gewissen, als wenn ich mit Freunden ausgehe, und ganz offensichtlich Spaß habe und sogar ganz bewusst meine To-Do-Liste ignoriere und meine Aufgaben aufschiebe. Versteht ihr meine Logik? Macht das irgendwie Sinn? Sogar meine Gedanken machen mein Leben schwer, haha!

Ich verstehe nicht wieso ich mir meine Zeit einfach nicht gut einteilen kann. Früher war ich bekannt als die Perfektionistin. Immer habe ich alles „sehr ordentlich, genau und gewissenhaft“ erledigt, um es aus meinem alten Grundschulzeugnis zu zitieren. Aber seitdem ich Arbeit, Uni, Blog, Sport und Privatleben balancieren muss, ist aus der früheren Perfektionistin mit Obesessive Compulsive Disorder eine wahre Chaotin geworden. Why, though?

Ich weiß nicht mal mehr wie es ist, als normaler Mensch einen Bahnhof zu betreten. Ich kenne Bahnhofsplattformen nur noch aus dem Augenwinkel und völlig unscharf, wie in diesen romantischen Szenen in Hollywood-Schnulzen, wenn der Typ seiner Typin, hinterher rennt und sie in dem Menschengewirr finden muss. Nur renne ich keinem Typen hinterher, sondern der Wiener U-bahn, OBWOHL SIE JA SOWIESO ALLE 3 MINUTEN FÄHRT! Total unromantisch!

Lange rede, kurzer Sinn. Wie schaffe ich es die Perfektionistin in mir wieder herauszuholen?

Ich habe ein paar Tipps, die mir geholfen haben, meinen Alltag ein bisschen besser zu bewältigen.

1. Ziele setzen & Listen schreiben

Ich bin so ein richtiger Freak. Ich schreibe ständig Listen. Über alles! Nicht nur über, die Dinge, die ich tun muss, sondern und vor allem, auch, wenn ich wichtige Entscheidungen treffen muss. Dann mache ich mir am liebsten eine Pro und Contra liste. Am Ende entscheide ich dann meistens trotzdem nach Bauchgefühl.

2. Prioritäten festlegen

Mein größtes Problem ist es, Prioritäten zu setzen. Ich möchte am liebsten alles auf einmal und gleich gut machen und schnell fertig werden. Das geht allerdings nicht so leicht. Manchmal muss man eben gewisse Dinge nach hinten verschieben und anderen den Vortritt geben,

3. Sich Zeit lassen

Klingt total bescheuert, ist aber wahr. Ich lasse mich ab jetzt nicht mehr von meiner ewig langen To-Do Liste stressen, sondern nehme mir einfach die Zeit, die ich für gewisse Aufgaben nun einmal brauche und mache sie dafür “ordentlich und gewissenhaft” – meine Grundschullehrerin wäre stolz!

4. Monotasking

Multitasking funktioniert einfach nicht. Man macht ja trotzdem immer nur einen Schritt nach dem anderen und die dann aber total schlecht! Ich konzentriere mich lieber auf eine Aufgabe und mache danach die nächste und dann die nächste.

5. Nein sagen!

Ich kann einfach nicht Nein sagen. Das führt dann immer wieder dazu, dass ich mir Arbeit und Aufgaben aufhalse, die ich niemals schaffen werde, selbst wenn der Tag 50 Stunden hätte.

6. Pausen gönnen

Sich Zuhause einzusperren, dann aber trotzdem nichts weiterbringen, außer auf Social Media abzuhängen, ist doch sinnlos! Deshalb habe ich beschlossen, von nun an, wenn ich genau weiß, dass ich Zuhause sowieso nichts machen würde außer auf einen leeren Screen zu starren, mich einfach mit meinen Freunden zu treffen und mir eine Auszeit zu gönnen. Vielleicht ist diese kurze Pause genau das was mich dann motiviert meine Liste abzuarbeiten.

Geht es euch manchmal auch so wie mir? Fühlt ihr euch von eurer To-Do-Liste so überwältigt, dass ihr kein #girlboss mehr sein wollt? Habt ihr noch Tipps für mich? Hinterlasst mir doch einfach ein Kommentar….

xxx

Related Stories

Leave a Comment

Leave A Comment Your email address will not be published